Zugegeben, die merkwürdigen Wellen an der Seite des Mazda5 gefallen nicht allen, die Designsprache „Nagare" ist eigenwillig und soll an Wasser und Wellen erinnern. Aber ansonsten ist der Japaner mit seiner kantigen Form vor allem praktisch: Er nimmt bis zu sieben Personen mit (in der dritten Sitzreihe allerdings nur kleine Kinder, sonst wird es ungemütlich) oder hat ein üppiges Gepäckabteil. Fast 1600 Liter gehen rein, wenn man die Sitze umlegt, was dank des praktischen Mechanismus kinderleicht geht. Als Siebensitzer kosten die umgelegten Sitze in Reihe allerdings Platz, dann bleiben mindestens 426 Liter Kofferraum. Die Sitze in Reihe zwei lassen sich einzeln verschieben. Dazu hat der Japaner hinten Schiebetüren, das ist ungemein praktisch, um Kind und Kegel unter zu bringen.

Auch wenn Mazda den 5er 2013 renoviert hat, ist der Innenraum nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das Plastik des Armaturenträgers ist hart, die Bedienung nicht immer logisch. Außerdem sind die Sitze zu weich, das verursacht bei langen Etappen nicht nur Wohlbefinden. Immerhin: Das Lenkrad lässt sich vertikal und axial einstellen, die Sitzposition stimmt also in jedem Fall. Zwischen den beiden Rundinstrumenten befindet sich bei allen Modellen eine Ganganzeige mit Schaltempfehlung, die den Fahrer bei einer effizienten Fahrweise unterstützt. Das Informations-Display ist weit oben auf der Armaturentafel platziert, wer sich daran gewöhnt hat, weiß es zu schätzen. Durch die verschiedenen Anzeigen bewegt sich der Nutzer über eine einzelne Taste am Multifunktionslenkrad.  Als Sondermodell „Sendo" ( ab 24.690 Euro) ist der Japaner gut ausgestattet und lässt nichts vermissen. Die Federung ist weich, das führt in schneller gefahrenen Kurven zu einem kräftigen Einknicken. Das ESP regelt früh und nachhaltig.

Im Testwagen werkelte ein Zweiliter-Benziner mit 150 PS (ab 25.890 Euro). Das klingt erstmal positiv, aber das Sechsgang-Getriebe ist derart lang übersetzt, dass dem Van ziemlich schnell die Puste ausgeht. Auf der Autobahn ist das zum Mitschwimmen ausreichend, aber spätestens in bergigen Passagen muss der Fahrer nicht nur in den fünften, sondern sogar in den vierten Gang zurückschalten, damit der Mazda5 nicht zum Verkehrshindernis mutiert. Wer den Japaner flott bewegt, zahlt die Zeche an der Tanksäule: Fast zehn Liter Durchschnittsverbrauch sind kein Ruhmesblatt für ein modernes Auto. Da hilft auch ein Start-Stopp-System in der Stadt wenig. Wer also einen Mazda5 kauft und häufiger längere Etappen einplant, sollte einen der Diesel nehmen. Dann stimmt das Gesamtpaket, auch wenn die Selbstzünder mit einem Aufpreis beim Händler stehen. (Foto: Mazda)



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