Toyota Urban Cruiser: SUV im Mini Format

Es gibt Autos, die passen in kein Segment. Sie fahren als Wandler zwischen den Welten - und jetzt fährt auch Toyota mit. Urban Cruiser nennen die Japaner ihre Kreation, die vielleicht als „Mini-SUV" durchgehen könnte, aber in der Basis auf Extras wie einen Allradantrieb verzichtet. Das 3,93 Meter lange Modell ist für die Stadt konzipiert, es wühlt nicht abseits fester Straßen, sondern beweist seine Qualitäten bei der Parkplatzsuche. City-SUV nennen Marketing-Strategen so etwas. Ausgestellte Seitenschweller und Radhäuser sowie abgesetzte Front- und Heckschürzen aus Kunststoff verleihen dem kleinen Toyota einen Hauch Offroad-Charakter, dazu passt das kantige Äußere, das aber auch für erstaunlich viel Platz im Fond sorgt.

Die Auswahl für den Kunden ist übersichtlich: Es gibt zwei Motoren und drei Ausstattungslinien. Der 1,33-Liter-Benziner mit 101 PS und der 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS auf dem Papier bieten annähernd gleiche Fahrleistungen, wobei sich der Selbstzünder naturgemäß durch ein deutlich höheres Drehmoment auszeichnet. Der getestete Benziner mit 132 Nm bei 3800 U/min ist etwas schlapp. Den 1,3-Liter gibt es nur mit Frontantrieb, während der Diesel ausschließlich als Allrad ausgeliefert wird. Das treibt den Preis nach oben.

Beiden Motorvarianten ist ein 6-Gang-Getriebe sowie eine Schaltpunktanzeige gemein, die den Fahrer zum frühen Schalten ermahnt. Beim Benziner ist noch eine Start-Stop-Automatik verbaut, bei der sich der Motor abschaltet, wenn bei Stand im Leerlauf der Fuß von der Kupplung genommen wird. Das funktioniert leider nur bedingt, denn nach etwa 30 Sekunden an der Ampel springt der Motor wieder an. So verpufft ein Teil der Wirkung des sonst tadellos agierenden Systems, das dank der Platzierung des Anlassers direkt an der Schwungscheibe sehr schnell und geräuscharm arbeitet. Trotzdem gilt: Wer flott fahren will, muss den Benziner häufig hoch drehen und fleißig schalten. Der Verbrauch geht mit sieben Litern in Ordnung.

Die relativ hohe Sitzposition trägt zu guter Übersicht für Fahrer und Copilot bei, nach hinten ist die Sicht wegen der breiten C-Säule und kleiner Seitenfenster dürftig. Mit rund 300 Litern Volumen ist das Gepäckabteil ausreichend groß, die Ladekante allerdings recht hoch. Nach dem Umklappen der geteilten (und beim Benziner auch verschiebbaren) Rücksitzbank stört leider eine Stufe. Das hinterleuchtete Kombiinstrument mit Tacho und Drehzahlmesser ist schick, die Bedienung einfach. Dazu gibt es reichlich Stauraum: Zwei Cupholder in der Mittelkonsole und ein weiterer ausklappbarer für den Beifahrer rechts im Armaturenbrett, ein doppeltes Handschuhfach, Flaschenhalter in allen vier Türen und ein ausklappbares Fach auf der Fahrerseite bieten jede Menge Platz.

Bereits die Basisversion verfügt über sieben Airbags, CD/MP3-System mit sechs Lautsprechern und einen höhenverstellbaren Fahrersitz sowie elektronisches Stabilitätsprogramm mit Traktionskontrolle. In der höheren Ausstattungslinie Town (Benziner) bzw. Trek (Diesel) kommen unter anderem Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad mit Audio-Tasten, eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber auch hinten und ein Aux-Eingang sowie eine Bluetooth-Schnittstelle hinzu. Das hat seinen Preis: Bei 16.990 Euro geht es los, in der empfehlenswerten Ausstattung Town sind 19.200 Euro für den Benziner fällig. Viel Geld für einen Kleinwagen, dafür gibt es aber auch reichlich Ausstattung und eine moderne Motor-Getriebe-Variante. (bmp/Foto: Toyota)



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