Probezeit - warum eigentlich?

Der Führerschein wird Fahranfängern - außer in den Klassen L, M und T - zunächst zwei Jahre „auf Probe“ (§ 2a Abs. 1 Satz 1 StVG) erteilt. Erwirbt ein Fahranfänger erstmals eine Fahrerlaubnis, z.B. die Klasse B für Pkw und dann später noch dazu die Klasse A für Krafträder, gelten die Regelungen der Fahrerlaubnis auf Probe ab dem Zeitpunkt der Erteilung der zuerst erworbenen Klasse - in diesem Beispiel also beginnend mit der zuerst erworbenen Fahrerlaubnisklasse B. Nach bestimmten Verstößen kann diese Frist auf vier Jahre verlängert werden oder sogar der Führerschein entzogen werden. Je nach Schwere des Deliktes können Aufbauseminare vorgeschrieben werden. Doch keine Panik. Mehr als 80 Prozent der Führerschein-Neulinge kommen problemlos durch die Probezeit. Jeder hat es selbst in der Hand: wer vernünftig fährt, wird keine Probleme haben.

Gründe für ein Aufbauseminar sind zum Beispiel:

  • Alkohol am Steuer,
  • Geschwindigkeitsmissachtungen ab 21 km/h über dem Limit,
  • Vorfahrtverletzungen,
  • Überfahren roter Ampeln,
  • falsches Überholen,
  • einige erhebliche technische Mängel am Fahrzeug, auch wenn der Fahrer nicht der Halter ist,
  • Fahrerflucht,
  • unterlassene Hilfeleistung,
  • fahrlässige Tötung oder Körperverletzung,
  • Nötigung,
  • Gefährdung des Straßenverkehrs,
  • Fahren unter Drogeneinfluss,
  • Fahren ohne Fahrerlaubnis,
  • Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot,
  • falsches Abbiegen,
  • unerlaubtes Wenden oder Rückwärtsfahren.

In der Regel gilt: Fahranfänger, die innerhalb der Probezeit einen Verstoß begehen, der mit einem Bußgeld von mindestens 40 Euro und damit mit einem Punkt in Flensburg belegt werden, müssen zum Aufbauseminar. Wer nach einem solchen Seminar noch einmal auffällig wird, dem wird eine individuelle psychologische Schulung nahe gelegt. Sie ist freiwillig und reduziert das Konto in Flensburg um zwei Punkte. Bei der dritten Auffälligkeit innerhalb der Probezeit ist erstmal Schluss: der Führerschein wird für sechs Monate eingezogen.

Wenn nach einem schweren Verstoß nicht direkt die Fahrerlaubnis eingezogen wird, können zwischen Bußgeldbescheid und Einladung zu einem Aufbauseminar durchaus einige Monate vergehen.

Kneifen kostet die Fahrerlaubnis

Wer dieses Seminar nicht wahrnimmt und den Bescheid nicht fristgerecht bei der Straßenverkehrsbehörde vorlegt, dem wird der Führerschein entzogen, bis er den Bescheid über die Teilnahme vorlegt. Die Seminare kosten etwa 250 Euro, sie werden von Fahrschulen oder auch von TÜV NORD angeboten.

Achtung: Seit Anfang 2004 gibt es in einigen Bundesländern die Möglichkeit, durch die freiwillige Teilnahme an einem „Fortbildungsseminar für Fahranfänger“ in einer Fahrschule die Probezeit um ein Jahr zu reduzieren. Dort werden in mehreren Einheiten Theorie und Praxis zusätzlich geschult. Die Kosten dafür betragen ca. 300 bis 400 Euro.



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