Hyundai iX55: Flagge zeigen

Ein SUV in Zeiten der Krise? Sechs Zylinder, 240 PS. Ist das das richtige Signal von Hyundai mit dem neuen Flaggschiff iX55? Auf jeden Fall ist dieses Auto ein echtes Statement. Der 4,84 Meter lange ix55 bietet sieben Sitze und ist oberhalb des Santa Fé angesiedelt. Im Gegensatz zur deutschen Konkurrenz wie Mercedes M-Klasse oder BMW X5, bei denen eine dritte Sitzreihe optional bezahlt werden muss, kommt er immer als Siebensitzer. Die dritte Sitzreihe kann vollständig und eben im Kofferraumboden versenkt werden. Für Erwachsene über 1,70 Meter wird es eng, aber Kinder sitzen hier recht komfortabel. In der Grundstellung fasst der Kofferraum bereits 598 Liter und ist auf bis zu 1746 Liter erweiterbar.

Angetrieben wird der ix55 von einem neuen 3,0-Liter-V6-Diesel, der 240 Pferdchen mobilisiert und ein maximales Drehmoment von 451 Newtonmeter zwischen 1750 und 3500 Umdrehungen in der Minute bietet. Klingt gewaltig, allerdings gehen in den Weiten der (ebenfalls) serienmäßigen Sechsstufen-Wandlerautomatik gefühlt einige PS verloren. Sie versetzt das Korea-Flaggschiff zwar ruckfrei, aber nicht sonderlich dynamisch in Schwung. 10,4 Sekunden vergehen bis Tempo 100, bei 200 km /h ist Schluss. Bis der iX55 dieses Tempo erreicht, braucht es einigen Anlauf. 9,4 Liter (249 g/km CO2) genehmigt sich der Motor dabei im Drittelmix, wer den Gasfuß auf der Autobahn durchdrückt, kommt auf rund zwölf Liter.

Die Karosserie des Koreaners ist geschickt gemacht, trotz schierer Größe wurden die Abmessungen so kaschiert, dass der iX55 auch als kleineres SUV durchgehen würde. Dazu nimmt er Designelemente seiner kleinen Brüder wie die gepfeilte Motorhaube oder den geteilten Grill auf und ist damit klar als Hyundai zu identifizieren. Innen spüren die Passagiere von diesem Schachzug nichts, es gibt Platz satt. Und Luxus pur. Nicht nur, dass es die verwendeten Materialien inzwischen mit denen der deutschen Konkurrenz aufnehmen können. Bereits als Comfort (42.990 Euro) fahren Annehmlichkeiten wie eine Zwei-Zonen-Klimaanlage, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz, eine ebenfalls elektrische verstellbare Lenksäule, Licht- und Regensensoren, ein Audiosystem oder ein Rückfahrwarnsystem mit. Als Premium ist der iX55 zwar nochmal 4000 Euro teurer, dann gibt´s aber die volle Luxus-Dröhnung mit Ledersitzen samt Heizung vorn und in der zweiten Reihe, elektrischer Heckklappe, Xenonlicht oder 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Für Freunde des Transports: Der Koreaner darf 3,2 Tonnen Zuglast an den Haken nehmen.

Wer jetzt behauptet, 47.000 Euro seien eine Menge Geld, hat Recht. Aber er sollte auch bedenken: Ein vergleichbar ausgestatteter VW Touareg kostet mehr als 10.000 Euro mehr. So ist der Hyundai iX55 vielleicht doch das richtige Auto zur richtigen Zeit. (bmp/Foto: Hyundai)

 



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