Renault Laguna Grandtour GT: Sport-Transport

Kombis sind praktisch, schlucken sie doch ordentlich Gepäck und kneifen in der Mittelklasse auch in der zweiten Reihe nicht bei der Unterbringung kleiner und großer Passagiere. Renault hat vor wenigen Monaten die dritte Laguna-Generation in den Kampf um die Gunst von Familien geschickt und gerade mit dem Kombi ein richtig schönes Auto auf die Räder gestellt. Der kombiniert ein gutes Ladevolumen zwischen 508 und 1593 Litern mit einem rassigen Blechkleid, das den weniger gelungenen Vorgänger richtig alt aussehen lässt.

Das liegt vor allem am neuen Hinterteil des Franzosen. Das kostet wegen der schräg abfallenden Linie zwar ein paar Liter Stauraum, sieht aber gut aus. Die Ladekante ist angenehm niedrig, die Rücklehnen der hinteren Sitze klappen mit einem Griff weg. Ganz eben ist die Ladefläche allerdings nicht. Die Bedienung ist mittlerweile ein Kinderspiel, hier hat Renault auf Experimente verzichtet, der Laguna fährt sich sozusagen selbsterklärend. Materialauswahl und Qualitätseindruck sind gut, dazu verwöhnt der Franzosen-Frachter mit guten, bequemen Sitzen. Insbesondere das Sportgestühl des Top-Modells GT ist wirklich absolut langstreckentauglich.

Dazu hat Renault einen kräftigen Turbo unter die Haube gepflanzt, der 204 PS aus zwei Litern Hubraum holt und in 7,8 Sekunden die 100-km/h-Marke knackt. Bei Bedarf erreicht der Kombi 228 km/h. Wer flott fährt, bezahlt das allerdings mit einem Verbrauch um 12 Liter, bei normaler Fahrweise sind es knapp zehn Liter. Dazu gibt es eine sauber abgestimmte Sechsgang-Schaltung, die das Drehzahlniveau auch bei schneller Fahrt relativ niedrig hält. Das kommt der Geräuschkulisse sehr zu Gute.

Dazu hat der Laguna GT einen "Active Drive" genannte Allradlenkung, ein Novum in dieser Klasse. Unter 60 km/h schlagen die Hinterräder mit maximal 3,5 Grad in Gegenrichtung zur Vorderachse an, der Wendekreis wird kleiner. Oberhalb 60 km/h steuern die Hinterräder in die gleiche Richtung wie Vorderräder, das Fahrzeug liegt stabiler und erlaubt leichtere Ausweichmanöver auch bei hohem Tempo. Das ESP ist mit dem System vernetzt und greift später ein als bei den weniger starken Modellen, was den Laguna GT zum echten Sportler macht. Auch optisch hat er eine Sonderstellung: Äußeres Kennzeichen des Laguna GT ist die modifizierte Frontschürze mit schwarzer Stoßleiste und schwarzem Gittergrill. In Schwarz gehalten ist auch der Scheinwerferrahmen. Sportliche Akzente setzen darüber hinaus die Kühllufteinlässe vor den Vorderrädern, die 18-Zoll-Reifen im Format 225/45 sowie die verchromten Auspuff-Doppelendrohre. Im Innenraum betonen gelochte Aluminiumpedale, ein verchromter Schalthebel und das Sportlenkrad den dynamischen Charakter. Hinzu kommen eigenständig gestaltete Rundinstrumente. Serie im Top-Modell sind unter anderem Sitzheizung, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie die für Fahrer und Beifahrer getrennt regelbare Zweizonen-Klimaautomatik. Hinzu kommen Keycard (Motorstart per Chipkarte und Startknopf), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer. Außerdem kommen technische Schmankerl wie eine elektronische Parkbremse oder Bi-Xenonscheinwerfer samt Kurvenlicht zum Einsatz.

Der Laguna Grand Tour GT kostet 31.500 Euro, das mag viel erscheinen. Angesichts der Leistung und der gebotenen Ausstattung geht der Franzose aber fast schon als Schnäppchen durch. (bmp/Foto: Renault)



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