Tipps zum Kauf und Verkauf

Um beim Kauf eines Gebrauchtwagens nichts falsch zu machen, sollten Sie sich an ein paar einfache Regeln halten. Im Folgenden geben wir Ihnen ein paar Tipps, worauf Sie achten sollten und wie Sie am Besten vorgehen. Sollten Sie kein Fachmann sein und keinen zur Hand haben, der Ihnen hilft, so machen Sie sich ruhig eine kleine Checkliste - diese kann sehr hilfreich sein und Sie werden „im Eifer des Gefechtes" keine wesentlichen Dinge vergessen.


1. Gehen Sie einmal langsam um das Fahrzeug herum und schauen dabei sorgfältig auf folgende Punkte:
  • Karosserie/ Lackierung: Ist das Fahrzeug sauber? Sind Wellen, Dellen, Schrammen oder Steinschläge zu erkennen? Sind Farbunterschiede oder matte Stellen zu sehen? Wie groß sind die Spaltmaße? Sind sie gleichmäßig? Weist das Fahrzeug rostige Stellen auf? (Vorsicht! Bei Roststellen immer einen Fachmann befragen.)
  • Beleuchtung: Begutachten Sie alle Lampen. Sind die Frontscheinwerfer und das Rücklicht funktionsfähig? Wie ist der Zustand? Sind Steinschläge, Risse oder Feuchtigkeit zu erkennen?

2. Motorraum

  • Motorraum inspizieren: Ist es hier sauber und strahlt wie neu? (Motorwäsche kann ein Zeichen dafür sein, dass der Verkäufer z.B. undichte Stellen vertuschen möchte.)
  • Flüssigkeitsstände kontrollieren: Ölstand, Kühlwasser (doch Vorsicht bei warmen oder gar heißem Motor), Lenkgetriebe
  • Zustand der Schläuche überprüfen: Am besten wackeln Sie dazu überall einmal im Motorraum (auch hier: Vorsicht vor heißen Stellen oder Schläuchen). Sind die Schläuche porös oder undicht? Sind die Schellen fest?
  • Nachweis des Zahnriemens: Erkundigen Sie sich nach dem Zahnriemen und lassen Sie sich einen Nachweis darüber geben, von wem er gemacht wurde. So vermeiden Sie eventuelle Motorschäden.
  • Motorhaube: Testen Sie nun noch, ob die Motorhaube leicht und sauber schließt.

3. Innenraum

  • Türen: Schauen Sie nach, ob alle Türen sich leicht öffnen und schließen. Klemmt etwas oder sacken die Türen beim Schließen ab? Sind die Dichtungsgummis vollständig und in einem guten Zustand?
  • Sitze: Sind die Polster in Ordnung? Riecht es angenehm oder eher muffig bzw. modrig? Sind alle Sicherheitsgurte funktionsfähig?
  • Funktionen testen: Starten Sie den Motor und überprüfen Sie die Lüftung, die Scheibenwischer sowie die Funktionsfähigkeit der übrigen Knöpfe, wie z.B. das Warnblinklicht.

4. Probefahrt:

  • Versuchen Sie, Ihre Probefahrt in zwei Bereiche zu unterteilen: Einen mit niedriger und einen mit höherer Geschwindigkeit.
  • Langsam fahren: Getriebe: Lässt es sich leicht und sauber schalten?
  • Lenkung: Fährt das Auto gerade? Sind Knackgeräusche zu hören? Funktionieren die Anzeigen? (Tacho, Drehzahlmesser…) Gehen die Kontrolllampen wieder aus?
  • Schneller fahren: Sind Vibrationen am Lenkrad zu spüren? Bleibt das Auto in der Spur? Sind Geräusche wahrzunehmen? Bremst es gleichmäßig? (Bremsen nicht auf der Autobahn testen!)
  • Klimaanlage: Funktioniert die Klimaanlage und die Heizung? Ist die Lüftung in Ordnung?

5. Unterboden:

  • Nach der Probefahrt lassen sich Mängel am Besten erkennen!
  • Zustand des Motors: Tropft Öl herunter?
  • Wie sieht die Auspuffanlage aus? (Hier verstecken sich die häufigsten Mängel!)
  • Bremsen: Sind die Bremsbeläge in Ordnung? Ist genügend Belegstärke vorhanden? Sind die Bremsscheiben eingelaufen oder verrostet? Ist der Bremssattel schwergängig (zu erkennen an noch verrosteten Bremsscheiben)?
  • Reifen: Haben die Reifen ausreichend Profil? Sind sie gleichmäßig abgefahren? (Hinweis auf Spur- und Sturzeinstellungen) Sind Beschädigungen an der Flanke oder im Profil zu sehen?
  • Felgen: Sind die Felgenränder beschädigt?

6. Fahrzeugpapiere

  • Fahrzeugpapiere anschauen: Sind die Papiere vollständig? (Gebrauchsanweisung etc. vorhanden?) Sind der Besitzer und der Verkäufer identisch?
  • Wartungsheft: Ist eins vorhanden? Sind Einträge gemacht worden?
  • Verbandkasten und Warndreieck: Ist beides vorhanden? Liegt auch eine Warnweste vor? Wie ist der Zustand dieser Dinge?

Tipps zum Kauf von Neuwagen

1. Informieren:

Viele Händler geben Extras (Radio, Schiebedach, Klimaanlage) ohne Aufpreis statt Nachlass, um die Preisoptik zu wahren. Der Käufer muss deshalb wissen, was serienmäßig ist. Wer am Computer fit ist, kann dies mit dem "Konfigurator", der bei praktisch allen Herstellern auf der Internetseite Standard ist, ohne lästiges Wälzen von Prospekten und Preislisten am heimischen Schreibtisch erledigen. Der Computer sagt, welches Extra geordert werden kann und welches nicht - und wie teuer es ist.

2. Vergleichen:

Für eine Waschmaschine oder einen Toaster vergleicht man die Preise in mehreren Geschäften. Warum nicht bei einem ungleich teureren Auto? Am besten von mehreren Händlern Angebote einholen - vielleicht ist einer dabei, der schnell vor Jahresende ein paar Autos an den Mann bringen muss, um seine Verkaufsziele zu erreichen.

3. Auf Nebenkosten achten:

Entscheidend ist nicht der Rabatt auf den Listenpreis, sondern dass, was ganz unten auf der Rechnung steht. Ganz wichtig: Der Punkt Überführung oder Auslieferungspauschale. 500 bis 800 Euro sind inzwischen die Norm, einzelne Händler holen sich mit Kosten von mehr als 1000 Euro mal eben wieder einen guten Teil des großzügig gewährten Rabatts zurück. Dieser Punkt spricht übrigens für eine so genannte Tageszulassung, da hier keine Überführungskosten berechnet werden.

4. Preisverhandlung:

Setzen Sie sich vor Beginn des Gesprächs ein Preisziel. Fragen Sie nicht sofort nach dem Preisnachlass. Bauen Sie mit persönlichen Bemerkungen Sympathie zum Verkäufer auf. Achten Sie darauf, dass keine anderen Kunden mithören. Vor Publikum ist die Bereitschaft zu Rabatten nicht groß. Lassen Sie den Verkäufer wissen, dass Sie noch schwanken - und ein Konkurrenzmodell in der engeren Wahl ist. Seien Sie flexibel bei Ausstattung oder Farbe. Dann kommt ein Lagerfahrzeug in Frage. Erwähnen Sie, dass man mit Ihnen einen Werkstattkunden gewinnt. Wenn an den Konditionen für den Neuwagen nichts mehr zu machen ist: Vielleicht gibt es einen Superpreis für den Gebrauchten, der in Zahlung genommen wird?

5. Sonderfinanzierung:

Der Kredit mit 1,9 Prozent Zins oder sogar weniger ist bares Geld wert. Aber: Oft lassen es die Computersysteme auch nicht zu, Aktionszinsen und Rabatte miteinander zu kombinieren. In diesem Fall kann es durchaus ein Rechenexempel sein, ob der Rabatt oder der Sonderzins unter dem Strich günstiger kommt. Der Käufer sollte die Frage nach der Finanzierung erst ganz am Ende der Preisverhandlungen stellen, wenn der Vertrag schon unterschriftsreif ist. Der Verkäufer wird den Handel ungern im letzten Moment platzen lassen und seinem Kunden entgegen kommen. Möglicherweise nicht mit dem Aktionszins von 1,9 Prozent, dafür aber mit dem regulären Autobank-Zins von zum Beispiel 6,9 Prozent. Das ist immer noch günstiger als bei den meisten Hausbanken.



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