Autounfall bei Glatteis - wer zahlt?

Schlechte Sicht und rutschige Straßen im Winter sind keine Seltenheit – da kann es schnell zu Unfällen kommen, insbesondere wenn keine Winterreifen aufgezogen sind oder man mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs ist. Kommt es infolge von Glatteis zum Unfall, muss der  Fahrzeughalter die entstandenen Schäden bezahlen. Fährt nicht der Halter selbst das Auto, wird auch der Fahrer herangezogen. Gegen ihn spricht dabei zunächst einmal der so genannte „Beweis des ersten Anscheins“. Demnach wird angenommen, dass derjenige, der auf glatter Fahrbahn ins Schleudern kommt und so einen Unfall verursacht, auch daran Schuld ist. Ggf. muß er dann beweisen, dass dieses nicht so war. (BGH, Az.: VI ZR 18/76). Die Regulierung von fremden Schäden wird in der Regel von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen. Dazu gehören sowohl Blech- als auch Personenschäden.

Mitschuld bei Glätteunfällen
Auch wenn man den Unfall bei Glatteis nicht selber auslöst sondern geschädigt wird, wird man in der Regel dennoch mit in die Schadensregulierung einbezogen. Das OLG Nürnberg hat in diesem Zusammenhang folgendes entschieden: Jeder Autofahrer muss sich bei Glatteis darauf einstellen, dass sich auch schon geringste Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer gravierend auswirken können und daher seine Fahrweise dementsprechend anpassen. Bei widrigen Umständen sollte notfalls Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. (OLG Frankfurt, Az.: 26 U 53/04). Insofern trifft bei Glatteis auch den Geschädigten häufig eine Mitschuld.

Schäden am eigenen Auto zahlt die Kaskoversicherung
Entstandene Schäden am eigenen Fahrzeug werden durch die Voll- oder Teilkaskoversicherung ersetzt. Diese zahlt bei selbstverschuldeten Unfällen. Die Vollkaskoversicherung springt auch ein, wenn der Unfallgegner nicht zu ermitteln ist. Häufig kommt es jedoch vor, dass sich die Versicherungen auf die „unangepasste Fahrweise“ des Fahrers berufen und ihre Zahlung deswegen ablehnen. In diesem Fall ist es ratsam, einen Rechtsanwalt einzuschalten und ggf. auf das Unfallprotokoll zu verweisen, das von der Polizei aufgenommen wurde.

Wenn Sie Zweifel an der Schuldfrage haben, führt TÜV NORD Mobilität auf Ihren Wunsch eine Unfallanalyse mit Fahrzeuggegenüberstellungen durch. Nähere Infos unter www.tuev-nord.de/unfall



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