Gefahren bei Fahrten im Herbst

Für Autofahrer beginnt mit dem Herbst die kritische Jahreszeit: Denn jetzt müssen sie mit zahlreichen besonderen Herausforderungen rechnen: Landwirtschaftsfahrzeuge, schlechte Sichtverhältnisse, nasses Wetter und Wild sowie das im Herbst-Manöver befindliche Militär erfordern besondere Aufmerksamkeit. Die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und die Hinterlassenschaften von Erntemaschinen auf den Straßen bergen große Gefahren für Pkw-Fahrer, denn deren Fahrzeugteile ragen oftmals in die Gegenfahrbahn hinein. Beim Ausweichen beziehungsweise Überholen sollten Autofahrer daher gut aufpassen. Erdklumpen aus Traktorenreifen können zu gefährlichen Hindernissen werden, vor allem wenn sie zusammen mit Feuchtigkeit einen rutschigen Schmierfilm hinterlassen. Hier gilt doppelte Aufmerksamkeit.

Doch auch andere Gefahren drohen: Feuchtes Laub auf der Fahrbahn, die frühe Dämmerung sowie Wind, Nässe und Nebel lassen ebenfalls das Unfallrisiko im Herbst wieder ansteigen. Das feuchte Laub wirkt auf nassen Straßen wie Schmierseife, leicht kann der Wagen ins Schleudern kommen und damit einen Unfall verursachen. Dies gilt auch für Rauhreif und den ersten Bodenfrost. Selbst bekannte und vermeintlich sichere Strecken können Risiken bergen, deshalb sollte das Tempo reduziert und die Beleuchtung angeschaltet werden. Zum Paket für Herbst und Winter gehört auch die Umrüstung auf Winterreifen.

Der Herbst ist die Brunftzeit für das heimische Wild. Deshalb müssen Autofahrer jetzt mit besonders unvorsichtigen Tieren rechnen, die auf die Fahrbahn laufen. 2012 gab es mehr als 250.000 Wildunfälle, davon knapp 3.000 mit Personenschäden. Besonders nach Wildwechselschildern gilt deshalb, langsam fahren und die Fahrbahnränder genau im Auge behalten. Wenn sich Tiere bereits auf der Straße befinden, sollte der Fahrer umsichtig bremsen, abblenden und hupen. Wo ein Tier ist, sind die anderen Rudelmitglieder meist nicht weit, also mit weiteren Tieren rechnen. Der Zusammenstoß mit Wildtieren kann schwerwiegende Folgen haben, denn schon bei 50 km/h entwickelt ein 20 Kilogramm schweres Reh ein Aufprallgewicht von knapp einer halben Tonne. Vorsicht mit Ausweichmanövern: Gerät man in den Gegenverkehr oder kommt von der Straße ab und prallt gegen einen Baum, sind die Folgen noch schwerwiegender als nach einem Zusammenprall mit einem Wildtier. Schäden durch Wildunfälle sind in der Teilkaskoversicherung gedeckt. Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird zwischen zwei Fällen unterschieden: Grundsätzlich versichert ist nur der Zusammenprall mit dem so genannten Haarwild, worunter zum Beispiel Rehe, Hirsche, Wildschweine und Hasen fallen, Vögel aber nicht. Wenn es nicht durch eine Kollision mit dem Tier, sondern durch ein Ausweichmanöver zu einem Schaden kommt, haftet die Teilkaskoversicherung nicht generell. Gezahlt wird nur, wenn auch der Zusammenstoß zu einem ebenso starken Schaden des Fahrzeugs geführt hätte. In der Regel ist das aber nur bei großen Tieren der Fall, bei einem Hasen oder Fuchs eher nicht. Hingegen ersetzt die Vollkaskoversicherung den Schaden am eigenen Fahrzeug in jedem Fall ganz. Nach einem Wildunfall müssen Autofahrer die Gefahrenstelle sichern und den Unfall sofort der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle melden.

Einwandfrei funktionierende Scheinwerfer sind für Autofahrer das A und O, um rechtzeitig Gefahren zu erkennen und selbst gesehen zu werden. Damit Sie auch in der dunklen Jahreszeit eine perfekte Sicht haben, sollten Sie rechtzeitig einen Lichttest durchführen lassen. Ab dem 1. Oktober 2013 können Pkw-Fahrer an allen TÜV-STATIONEN kostenlos ihre Fahrzeugbeleuchtung testen lassen. (bmp/Foto: GDV)

 



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